Kurzarbeitergeld Rechner
KUG nach Soll- und Ist-Entgelt, Steuerklasse und Kindern berechnen
Der Kurzarbeitergeld Rechner liefert eine schnelle und nachvollziehbare Schätzung des KUG auf Basis von Soll- und Ist-Entgelt, Steuerklasse, Kinderstatus und optionaler Aufstockung.
So verwendest du diesen Rechner
Gib zunächst deine Werte in die Felder Reguläres Bruttogehalt (Soll-Entgelt), Reduziertes Bruttogehalt (Ist-Entgelt), Steuerklasse, Kinderstatus, Bundesland, Kirchensteuerpflicht, Arbeitszeit vor Kurzarbeit, Arbeitszeit während Kurzarbeit, Arbeitgeber-Aufstockung ein. Prüfe Einheiten und Zahlenformat im deutschen Stil. Das Ergebnis wird automatisch aktualisiert und kann zusätzlich über die Schaltfläche berechnet werden. Nutze die Ausgabe als Orientierung und vergleiche sie bei Bedarf mit weiteren Quellen.
Hintergrund & Berechnung
Inhaltsüberblick
Was ist Kurzarbeitergeld und wofür ist der Rechner da?
Kurzarbeitergeld (KUG) ist eine Leistung der Bundesagentur für Arbeit, die Beschäftigte bei vorübergehend reduziertem Arbeitsausfall finanziell abfedert. Wenn die Arbeitszeit sinkt und dadurch das Einkommen geringer wird, ersetzt das KUG einen Teil des Nettoverlustes. Für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist deshalb die zentrale Frage: Wie viel Geld bekomme ich bei Kurzarbeit tatsächlich?
Genau hier setzt der Kurzarbeitergeld Rechner an. Er berechnet das pauschalierte Netto aus dem regulären Bruttogehalt (Soll-Entgelt) und aus dem reduzierten Bruttogehalt (Ist-Entgelt). Daraus ergibt sich der Nettoverlust. Auf dieser Basis wird das Kurzarbeitergeld mit 60 % (ohne Kind) oder 67 % (mit Kind) ermittelt. Zusätzlich kann eine Arbeitgeber-Aufstockung berücksichtigt werden, wie sie in vielen Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen vorgesehen ist.
Wichtig: Das KUG ist steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt. Das heißt, es erhöht den Steuersatz auf das übrige Einkommen. Der Rechner zeigt dir dennoch eine realistische monatliche Orientierung, denn er bildet die verbreiteten Pauschalwerte für Steuern und Sozialabgaben ab und berücksichtigt die zentralen Stellschrauben.
Formel: So berechnet der Kurzarbeitergeld Rechner KUG und Netto
Der Rechner folgt einem klaren Ablauf, der dem gesetzlichen Prinzip entspricht. Vereinfacht gilt:
-
Pauschal-Netto aus Soll-Entgelt Netto(Soll) = Brutto(Soll) − Steuern − Sozialabgaben
-
Pauschal-Netto aus Ist-Entgelt Netto(Ist) = Brutto(Ist) − Steuern − Sozialabgaben
-
Nettoentgeltdifferenz Nettoverlust = Netto(Soll) − Netto(Ist)
-
Kurzarbeitergeld (KUG) Ohne Kind: KUG = Nettoverlust × 0,60 Mit Kind: KUG = Nettoverlust × 0,67
-
Arbeitgeber-Aufstockung (optional) Gesamt_KUG = KUG + (Nettoverlust × Aufstockungsprozentsatz)
-
Endgültiges Einkommen in Kurzarbeit Netto_Gesamt = Netto(Ist) + Gesamt_KUG
Die pauschalierte Netto-Berechnung berücksichtigt Steuerklasse, Kirchensteuerpflicht und pauschale Sozialabgaben. Für die Sozialabgaben werden Beitragsbemessungsgrenzen angesetzt, damit sehr hohe Bruttolöhne nicht unrealistisch stark belastet werden. Das ist wichtig für realistische Schätzwerte.
Praxisbeispiel: Kurzarbeitergeld Schritt für Schritt berechnen
Angenommen, folgende Werte gelten:
- Soll-Entgelt (Brutto): 3.400 €
- Ist-Entgelt (Brutto): 2.100 €
- Steuerklasse: I
- Kinderstatus: Ja
- Kirchensteuerpflicht: Nein
- Arbeitgeber-Aufstockung: 10 %
Schritt 1: Netto(Soll) schätzen Pauschal netto (Steuerklasse I, ohne Kirchensteuer): ca. 3.400 € × 0,68 = 2.312 €
Schritt 2: Netto(Ist) schätzen Pauschal netto: 2.100 € × 0,70 = 1.470 €
Schritt 3: Nettoverlust Nettoverlust = 2.312 € − 1.470 € = 842 €
Schritt 4: Kurzarbeitergeld Mit Kind: KUG = 842 € × 0,67 = 564,14 €
Schritt 5: Arbeitgeber-Aufstockung Aufstockung = 842 € × 0,10 = 84,20 € Gesamt_KUG = 564,14 € + 84,20 € = 648,34 €
Schritt 6: Endgültiges Einkommen Netto_Gesamt = 1.470 € + 648,34 € = 2.118,34 €
Das Beispiel zeigt: Der Kurzarbeitergeld Rechner liefert eine klare Orientierung darüber, wie stark das monatliche Einkommen sinkt und wie viel KUG das ausgleicht.
Für wen ist der Kurzarbeitergeld Rechner besonders sinnvoll?
Der Rechner richtet sich an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, deren Arbeitszeit vorübergehend reduziert wird oder bereits reduziert wurde. Besonders hilfreich ist er für:
- Beschäftigte in Betrieben, die Kurzarbeit einführen oder verlängern.
- Personen mit Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen, die eine Aufstockung vorsehen.
- Familien mit Kindern, die wissen möchten, wie stark der 67-%-Satz hilft.
- Menschen, die ihre monatlichen Fixkosten planen müssen.
- Nutzer, die prüfen möchten, ob ihre Lohnabrechnung korrekt wirkt.
Damit deckt der Rechner die typische Suchintention ab: schnell und personalisiert die Frage beantworten, wie viel Geld bei Kurzarbeit ausgezahlt wird.
Praktische Tipps für realistische Eingaben
Für eine genaue Schätzung helfen diese Hinweise:
- Soll- und Ist-Entgelt korrekt angeben: Nutze den Monatsbrutto-Wert aus deiner Abrechnung. Das Soll-Entgelt ist der normale Bruttoverdienst, das Ist-Entgelt der reduzierte Bruttowert.
- Steuerklasse beachten: Die Steuerklasse beeinflusst die pauschalierte Nettoermittlung stark. Wähle die Klasse aus deiner aktuellen Lohnabrechnung.
- Kinderstatus korrekt setzen: Der höhere Leistungssatz (67 %) gilt für Kinderfreibetrag. Setze die Option nur, wenn du die Voraussetzungen erfüllst.
- Kirchensteuerpflicht eintragen: In einigen Bundesländern beträgt die Kirchensteuer 8 %, in anderen 9 %. Der Rechner berücksichtigt das über das Bundesland.
- Arbeitszeitdaten nutzen: Wenn du Stundenwerte angibst, kannst du die Ausfallquote besser nachvollziehen. Für die KUG-Formel sind sie nicht zwingend, aber hilfreich.
- Aufstockung prüfen: Viele Arbeitgeber zahlen einen Zuschuss. Trage den Prozentsatz ein, wenn er zugesagt ist.
Fazit
Der Kurzarbeitergeld Rechner 2026 liefert eine schnelle, nachvollziehbare Schätzung für dein KUG. Er berücksichtigt Soll- und Ist-Entgelt, Steuerklasse, Kinderstatus, Kirchensteuer und eine optionale Arbeitgeber-Aufstockung. Zusätzlich zeigt er den Nettoverlust und das voraussichtliche Gesamt-Nettoeinkommen während der Kurzarbeit.
Damit beantwortet der Rechner die wichtigste Frage direkt: Wie viel Geld bekomme ich bei Kurzarbeit? Nutze die Ergebnisse als Orientierung und vergleiche sie bei Bedarf mit deiner Lohnabrechnung. Für verbindliche Werte gelten die Bescheide der Agentur für Arbeit, aber als schnelle Entscheidungshilfe ist der Rechner äußerst praktisch.
Häufig gestellte Fragen
Welche Rolle spielt die Steuerklasse beim Kurzarbeitergeld?
Die Steuerklasse beeinflusst das pauschalierte Netto aus Soll- und Ist-Entgelt. Dadurch verändert sich die Nettoentgeltdifferenz und damit die Basis für das Kurzarbeitergeld.
Warum ist KUG steuerfrei, aber trotzdem relevant für die Steuer?
KUG selbst wird nicht besteuert, erhöht aber über den Progressionsvorbehalt den Steuersatz auf das übrige Einkommen. Dadurch kann sich die Jahressteuerlast erhöhen.
Was bedeutet Arbeitgeber-Aufstockung?
Eine Aufstockung ist ein freiwilliger oder tariflicher Zuschuss des Arbeitgebers. Sie erhöht das KUG um einen Prozentanteil des Nettoverlustes und verbessert das Gesamt-Nettoeinkommen.
Gilt der höhere Satz von 67 % für alle mit Kindern?
Der höhere Leistungssatz gilt, wenn ein Kinderfreibetrag in den Lohnsteuermerkmalen eingetragen ist. Das trifft typischerweise auf Eltern zu, ist aber an steuerliche Voraussetzungen gebunden.
Warum sind Beitragsbemessungsgrenzen wichtig?
Sozialabgaben werden nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze berechnet. Verdienste oberhalb der Grenze erhöhen die Abgaben nicht weiter, was das pauschalierte Netto stabilisiert.
Kann ich den Rechner für Teilmonate nutzen?
Der Rechner ist auf Monatswerte ausgelegt. Für Teilmonate kannst du die Brutto-Werte entsprechend anteilig eingeben, um eine realistische Schätzung zu erhalten.
Quellen
- Bundesagentur für Arbeit: Kurzarbeitergeld – Grundprinzip
- Steuerrechtliche Hinweise: Progressionsvorbehalt bei KUG
Erstellt von

Prof. Dr. rer. nat. Theoretische Physik, ehem. Universität Heidelberg
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