Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026
Erwerbsminderungsrente-Rechner
Erwerbsminderungsrente schätzen: aus Bruttogehalt, Alter und EM-Art die mögliche Monatsrente berechnen
Basierend auf 3 Quellen
Der Erwerbsminderungsrente-Rechner schätzt, mit welcher monatlichen Rente du rechnen kannst, wenn du aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr oder nur noch teilweise arbeiten kannst. Gib Geburtsdatum, Eintrittsalter, Bruttogehalt und Art der Erwerbsminderung ein — der Rechner ermittelt daraus Entgeltpunkte, Zurechnungszeit und eine voraussichtliche Bruttorente. So bekommst du eine erste Orientierung, bevor du dich an die Rentenversicherung wendest.
So verwendest du diesen Rechner
Gib zunächst deine Werte in die Felder Geburtsdatum, Eintrittsalter in Berufstätigkeit, Aktuelles Bruttogehalt, Art der Erwerbsminderung, Grundrenten-Zuschlag näherungsweise berücksichtigen, Zuschlag für langjährige Versicherungszeit berücksichtigen ein. Prüfe Einheiten und Zahlenformat im deutschen Stil. Das Ergebnis wird automatisch aktualisiert und kann zusätzlich über die Schaltfläche berechnet werden. Nutze die Ausgabe als Orientierung und vergleiche sie bei Bedarf mit weiteren Quellen.
So funktioniert der Erwerbsminderungsrente-Rechner
- Trage im Feld Geburtsdatum dein Geburtsdatum ein — daraus schätzt der Rechner Alter, Beitragsjahre und Zurechnungszeit.
- Gib im Feld Eintrittsalter in Berufstätigkeit an, mit wie vielen Jahren du zu arbeiten begonnen hast.
- Trage im Feld Aktuelles Bruttogehalt dein monatliches Brutto in Euro ein.
- Wähle im Feld Art der Erwerbsminderung zwischen Voll erwerbsgemindert (unter 3 Stunden täglich) und Teilweise erwerbsgemindert (3 bis unter 6 Stunden).
- Optional: Aktiviere Grundrenten-Zuschlag näherungsweise berücksichtigen oder Zuschlag für langjährige Versicherungszeit berücksichtigen, falls das auf dich zutrifft.
Durchgerechnetes Beispiel: Ein 46-jähriger Lagerarbeiter aus Dortmund, geboren im März 1980, arbeitet seit seinem 20. Lebensjahr und verdient 3.200 € brutto. Er ist voll erwerbsgemindert.
- Geschätztes Alter: 46,6 Jahre, Beitragsjahre: 26,6
- Entgeltpunkte: 0,74 pro Jahr × (26,6 Jahre + 20,4 Jahre Zurechnungszeit) = 34,7 EP
- Geschätzte EM-Rente pro Monat (brutto): 34,7 EP × 42,52 € × 0,948 (Abschlag) = rund 1.400 €
Wichtig: Der Rechner arbeitet mit einer vereinfachten Näherung (u. a. bundeseinheitlicher Rentenwert 42,52 € seit 1.7.2026, vorläufiges Durchschnittsentgelt 51.944 €). Eine verbindliche Berechnung bekommst du nur von der Deutschen Rentenversicherung.
Wann bekomme ich eine Erwerbsminderungsrente?
Nicht jede Erkrankung reicht aus. Diese Voraussetzungen müssen erfüllt sein:
- Wartezeit: mindestens 5 Jahre versichert (allgemeine Wartezeit).
- Pflichtbeiträge: In den letzten 5 Jahren vor der Erwerbsminderung müssen mindestens 3 Jahre Pflichtbeiträge liegen.
- Leistungsvermögen: Du kannst aus gesundheitlichen Gründen nur noch unter 3 Stunden täglich arbeiten (volle EM-Rente) oder 3 bis unter 6 Stunden (teilweise EM-Rente, halber Rentenbetrag).
- Die Rente wird in der Regel befristet bewilligt und muss verlängert werden.
Tipp: Lass dich vor dem Antrag von einer Beratungsstelle der Rentenversicherung oder einem Sozialverband beraten — viele Anträge scheitern an fehlenden Unterlagen, nicht an fehlenden Voraussetzungen.
Wie viel darf ich zur EM-Rente hinzuverdienen?
Seit 2023 gelten dynamische Hinzuverdienstgrenzen, gekoppelt an die Bezugsgröße. Für 2026 gilt:
- Volle EM-Rente: bis zu 20.763,75 € im Jahr (rechnerisch 1.730,31 €/Monat) anrechnungsfrei.
- Teilweise EM-Rente: mindestens 41.527,50 € im Jahr (rechnerisch 3.460,63 €/Monat) — bei früher hohem Einkommen kann die persönliche Grenze noch höher liegen.
- Entscheidend ist die Jahresgrenze, nicht der einzelne Monat.
- Was darüber liegt, wird zu 40 % auf die Rente angerechnet: 1.200 € zu viel im Jahr → 480 € Anrechnung → 40 € weniger Rente pro Monat.
Achtung: Du darfst nur im Rahmen deines festgestellten Leistungsvermögens arbeiten. Wer voll erwerbsgemindert ist und dauerhaft 6 Stunden täglich jobbt, riskiert den Rentenanspruch — trotz eingehaltener Verdienstgrenze.
Formel
Monatsrente ≈ Entgeltpunkte × Rentenwert × Rentenartfaktor × (1 − Abschlag)
Entgeltpunkte ≈ (Jahresbrutto / 50.000) × Beitragsjahre + Zurechnungszeit bis 67
Vereinfacht: Aus deinem Gehalt werden Entgeltpunkte geschätzt, die Zeit bis 67 wird als Zurechnungszeit dazugerechnet, dann mit Rentenwert und Abschlag (0,3 % pro Monat vor 64, max. 10,8 %) multipliziert. Teilweise Erwerbsminderung = Faktor 0,5.
So ist dieser Rechner entstanden
Dieser Rechner ist entstanden, weil kaum jemand weiß, was eine Erwerbsminderung finanziell bedeutet — bis es zu spät ist. Alle Formeln orientieren sich an der gesetzlichen Rentenlogik, bleiben aber bewusst eine Schätzung.
Häufig gestellte Fragen
Wie hoch ist die Hinzuverdienstgrenze 2026 bei voller Erwerbsminderungsrente?
2026 sind es 20.763,75 € im Jahr, also rechnerisch 1.730,31 € pro Monat. Entscheidend ist die Jahressumme: Einzelne Monate dürfen darüber liegen, solange das Jahresgesamt unter der Grenze bleibt.
Was passiert, wenn ich mehr als die Hinzuverdienstgrenze verdiene?
Der Überschuss wird zu 40 % auf die Rente angerechnet. Beispiel: Du verdienst 1.200 € mehr als erlaubt → 480 € werden angerechnet → deine Monatsrente sinkt um 40 €. Bei deutlich höherem Verdienst kann die Rente auch nur noch teilweise oder gar nicht gezahlt werden.
Was ist der Unterschied zwischen voller und teilweiser Erwerbsminderung?
Voll erwerbsgemindert ist, wer aus gesundheitlichen Gründen nur noch unter 3 Stunden täglich arbeiten kann — dafür gibt es die volle Rente (Rentenartfaktor 1,0). Bei 3 bis unter 6 Stunden täglich gilt teilweise Erwerbsminderung mit halbem Rentenbetrag (Faktor 0,5), dafür deutlich höherer Hinzuverdienstgrenze.
Welche Voraussetzungen muss ich für die EM-Rente erfüllen?
Drei Dinge: 1) Mindestens 5 Jahre versichert (Wartezeit). 2) In den letzten 5 Jahren mindestens 3 Jahre Pflichtbeiträge. 3) Das Leistungsvermögen ist dauerhaft auf unter 6 Stunden täglich gemindert. Der Antrag läuft über die Deutsche Rentenversicherung, meist mit ärztlichen Gutachten.
Was ist die Zurechnungszeit bei der EM-Rente?
Die Zurechnungszeit tut so, als hättest du bis 67 weitergearbeitet: Die Jahre zwischen Erwerbsminderung und 67 werden deinen Entgeltpunkten hinzugerechnet. Ohne sie wäre die EM-Rente deutlich niedriger — gerade für Jüngere ist sie der wichtigste Rentenbaustein.
Muss ich die Erwerbsminderungsrente versteuern?
Ein Teil ja: Der Besteuerungsanteil hängt vom Jahr des Rentenbeginns ab und steigt jährlich. Ob tatsächlich Steuer anfällt, entscheidet dein Gesamteinkommen — liegst du unter dem Grundfreibetrag (2026: 12.348 €), zahlst du trotz steuerpflichtigem Anteil nichts.
Kann ich neben der EM-Rente einen Minijob machen?
Ja, solange zwei Grenzen eingehalten werden: der Verdienst bleibt unter der Hinzuverdienstgrenze (2026: 20.763,75 €/Jahr bei voller EM-Rente), und die Arbeitszeit passt zu deinem festgestellten Leistungsvermögen — bei voller Erwerbsminderung also unter 3 Stunden täglich.
Quellen
- Deutsche Rentenversicherung: Grundlagen zur Erwerbsminderungsrente
- Rentenformel-Grundprinzip: Entgeltpunkte × aktueller Rentenwert
- Unterscheidung volle vs. teilweise Erwerbsminderung und Hinzuverdienst-Systematik
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