Zuletzt aktualisiert: 13. Oktober 2026

Inflationsrechner

Sieh auf den Cent genau, wie die Inflation dein Erspartes, dein Gehalt und deine Vorsorge auffrisst.

Erstellt von Dr. Sarah Hoffmann

Basierend auf 3 Quellen

Der Inflationsrechner zeigt dir, was dein Geld in Zukunft noch wert ist. Gib einen Betrag, eine jährliche Inflationsrate und einen Zeitraum ein – der Rechner berechnet sofort den zukünftigen Preis deines Warenkorbs, deine Kaufkraft in heutigem Geld und den Kaufkraftverlust in Euro und Prozent. Aktueller Referenzwert: Die Inflationsrate in Deutschland beträgt 3,3 % (Destatis, September 2026). So erkennst du auf einen Blick, wie stark schleichende Teuerung dein Erspartes auffrisst – und ob dein Geld wirklich arbeitet.

So verwendest du diesen Rechner

Gib zunächst deine Werte in die Felder Heutiger Betrag, Inflationsrate pro Jahr, Zeitraum in Jahren ein. Prüfe Einheiten und Zahlenformat im deutschen Stil. Das Ergebnis wird automatisch aktualisiert und kann zusätzlich über die Schaltfläche berechnet werden. Nutze die Ausgabe als Orientierung und vergleiche sie bei Bedarf mit weiteren Quellen.

So funktioniert der Inflations-Rechner

  1. Gib bei „Heutiger Betrag“ (betrag) die Summe ein, deren künftige Kaufkraft du prüfen willst – zum Beispiel dein Erspartes, ein Gehalt oder eine geplante Anschaffung.
  2. Trage bei „Inflationsrate pro Jahr“ (inflationsrate) deine Annahme ein. Der Vorschlagswert 3 % liegt nahe am aktuellen Stand: Im September 2026 betrug die Inflationsrate in Deutschland 3,3 % (Destatis, Pressemitteilung Nr. 348 vom 30.09.2026, vorläufig).
  3. Wähle bei „Zeitraum in Jahren“ (jahre), wie viele Jahre die Teuerung wirken soll – bis zu 50 Jahre.
  4. Der Rechner liefert dir sofort vier Kennzahlen: den Preissteigerungsfaktor, den zukünftigen Preis deines Warenkorbs, deine Kaufkraft in heutigem Geld und den Kaufkraftverlust in Euro und Prozent.

Durchgerechnetes Beispiel

Anna, 34-jährige Angestellte aus Hamburg, will wissen, was ihre 10.000 € Rücklage in 10 Jahren noch wert sind. Sie gibt betrag = 10.000, inflationsrate = 3 und jahre = 10 ein.

  • Preissteigerungsfaktor = 1,03^10 = 1,3439
  • Zukünftiger Preis des Warenkorbs = 10.000 € × 1,3439 = 13.439,16 €
  • Kaufkraft (in heutigem Geld) = 10.000 € ÷ 1,3439 = 7.440,94 €
  • Kaufkraftverlust = 10.000 € − 7.440,94 € = 2.559,06 € (25,6 %)

Ergebnis: Von Annas 10.000 € bleibt nach zehn Jahren mit 3 % Inflation nur eine Kaufkraft von 7.440,94 € übrig. Dieselben Waren, die heute 10.000 € kosten, schlagen dann mit 13.439,16 € zu Buche.

Wie hoch ist die Inflation in Deutschland aktuell?

Die Inflationsrate in Deutschland beträgt aktuell 3,3 % (September 2026, vorläufige Schnellschätzung des Statistischen Bundesamts). Gemessen wird sie als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) gegenüber dem Vorjahresmonat. Wichtige Details zum aktuellen Stand:

  • Die Kerninflation – also die Teuerung ohne die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Nahrungsmittel – liegt mit 2,4 % deutlich unter der Gesamtrate. Die Teuerung kommt derzeit vor allem von der Energie.
  • Energiepreise verteuerten sich um 14,9 % gegenüber dem Vorjahresmonat (Haushaltsenergie und Kraftstoffe).
  • Waren kosteten 3,8 %, Dienstleistungen 2,7 % und Nahrungsmittel 0,4 % mehr als ein Jahr zuvor.
  • Zum Vergleich: Über das Gesamtjahr 2025 betrug die Inflationsrate 2,2 %, im Jahr 2023 waren es noch 5,9 %.
  • Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig eine Inflationsrate von 2 % an – das gilt als Preisstabilität.

Tipp: Nutze die aktuelle Rate als Ausgangspunkt, aber spiele im Rechner auch niedrigere Szenarien durch – etwa 2 % als EZB-Zielwert. So siehst du, wie stark das Ergebnis von deiner Annahme abhängt.

Wie berechnet man den Kaufkraftverlust genau?

Die Rechnung hinter dem Inflations-Rechner ist die Zinseszins-Formel in umgekehrter Richtung. Zwei Perspektiven führen zum gleichen Verlust:

  • Künftiger Preis des Warenkorbs: Betrag × (1 + Inflationsrate/100)^Jahre
  • Kaufkraft des heutigen Betrags: Betrag ÷ (1 + Inflationsrate/100)^Jahre
  • Verlust in Euro: Betrag − Kaufkraft
  • Verlust in Prozent: (Betrag − Kaufkraft) ÷ Betrag × 100

Ein häufiger Denkfehler: Bei 3 % Inflation über 10 Jahre verliert dein Geld nicht „nur“ 30 % im Kopf – der Verlust beträgt rechnerisch 25,6 %, weil die Kaufkraft geteilt durch den Faktor 1,3439 wird, nicht linear abgezogen. Genau deshalb lohnt sich ein Rechner statt der Daumenregel.

Das Gegenstück zu dieser Rechnung ist der Zinseszins-Rechner: Er zeigt, wie schnell dein Geld wächst, wenn es arbeitet – hier siehst du, wie schnell es schrumpft, wenn es schläft. Wer beides kombiniert, versteht den Realzins: Nominalzins minus Inflation. Ein Tagesgeld-Zins-Rechner verrät dir die Nominalverzinsung deines Kontos – ziehst du davon die Inflation ab, weißt du, ob dein Erspartes real wächst oder schrumpft. Für langfristige Planung lohnt der Blick in den Sparplan-Rechner und – mit Blick auf die Rente – in den Rentenlücken-Rechner.

Warum frisst die Inflation mein Erspartes auf – und was kann ich tun?

Inflation entwertet Geld, das keine Rendite erwirtschaftet. Ein Beispiel: 50.000 € auf einem unverzinsten Konto haben bei 2 % Inflation nach 20 Jahren nur noch eine Kaufkraft von 33.648,57 € – ein Verlust von 16.351,43 € (32,7 %). Bei 0 % Nominalzins trägt dein Geld das volle Inflationsrisiko allein.

Was du dagegen tun kannst:

  • Notgroschen trennen: Für 3–6 Monatsausgaben gehört Geld aufs Tagesgeldkonto – Sicherheit schlägt Rendite. Darüber hinaus kostet jedes unverzinste Euro Inflation.
  • Realzins positiv halten: Deine Geldanlage muss nach Kosten und Steuern mindestens die Inflation schlagen. Der Sparplan-Rechner zeigt dir, was regelmäßiges Investieren über 10–20 Jahre bewirkt.
  • Gehalt verhandeln mit Zahlen: Steigt dein Gehalt um 2 %, die Preise aber um 3,3 %, verdienst du real weniger. Der Rechner macht diesen Effekt schwarz auf weiß sichtbar – ein starkes Argument im Gehaltsgespräch.
  • Altersvorsorge inflationsbereinigt planen: Eine Rentenlücke in heutigem Geld sieht kleiner aus als in künftigem. Der Rentenlücken-Rechner hilft dir, realistisch zu planen, und der Riester-Rechner zeigt, was geförderte Vorsorge bringt.

Beachte: Der Rechner rechnet mit einer konstanten Rate. Reale Inflation schwankt – 2023 waren es 5,9 %, 2025 nur 2,2 %. Er misst auch nicht deine persönliche Inflation: Wer viel Auto fährt und heizt, spürt die Energie-Teuerung von 14,9 % stärker als den Durchschnitt. Das Statistische Bundesamt bietet dafür einen eigenen persönlichen Inflationsrechner an.

Formel

Preissteigerungsfaktor = (1 + inflationsrate / 100) ^ jahre
Zukünftiger Preis      = betrag × Preissteigerungsfaktor
Kaufkraft              = betrag ÷ Preissteigerungsfaktor
Kaufkraftverlust (€)   = betrag − Kaufkraft
Kaufkraftverlust (%)   = (betrag − Kaufkraft) ÷ betrag × 100
  • betrag: dein heutiger Geldbetrag in Euro
  • inflationsrate: angenommene durchschnittliche Inflation in Prozent pro Jahr (negativ = Deflation)
  • jahre: Zeitraum in Jahren (1–50)

So ist dieser Rechner entstanden

Dieser Rechner ist entstanden, weil viele Menschen die Inflation unterschätzen: 3 % pro Jahr klingt harmlos, frisst aber in zehn Jahren über ein Viertel der Kaufkraft auf. Der Rechner macht diesen schleichenden Effekt mit einer einzigen Zahl sichtbar – dem Kaufkraftverlust in Euro.

Häufig gestellte Fragen

Wie berechne ich die Kaufkraft meines Geldes?

Ganz einfach: Teile den Betrag durch (1 + Inflationsrate/100) hoch Jahre. Beispiel: 20.000 € bei 3 % Inflation über 10 Jahre → 20.000 ÷ 1,03^10 = 20.000 ÷ 1,3439 = 14.881,88 € Kaufkraft. Der Kaufkraftverlust beträgt also 5.118,12 € (25,6 %). Unser Inflations-Rechner nimmt dir diese Rechnung ab – gib einfach Betrag, Rate und Jahre ein.

Wie hoch ist die Inflationsrate 2026 in Deutschland?

Im September 2026 beträgt die Inflationsrate in Deutschland voraussichtlich 3,3 % gegenüber dem Vorjahresmonat (Destatis, Pressemitteilung Nr. 348 vom 30.09.2026, vorläufig). Die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel liegt bei 2,4 %. Treibende Kraft ist die Energie mit +14,9 % zum Vorjahresmonat. Die endgültigen September-Zahlen veröffentlicht Destatis am 13. Oktober 2026.

Was ist der Unterschied zwischen Inflation und Kaufkraftverlust?

Inflation beschreibt den Anstieg des allgemeinen Preisniveaus – dein Geld kauft also weniger. Kaufkraftverlust ist die konkrete Folge für deinen Geldbetrag: Wie viel weniger deine Euros in Zukunft wert sind. Beispiel: Bei 3 % Inflation über 10 Jahre verliert ein Betrag von 10.000 € genau 2.559,06 € an Kaufkraft (25,6 %) – das ist der Kaufkraftverlust, den der Rechner ausgibt.

Was sind 5.000 € in 15 Jahren noch wert?

Rechne: 5.000 ÷ 1,02^15 = 5.000 ÷ 1,3459 = 3.715,09 €. Nach 15 Jahren mit 2 % Inflation entspricht dein Sparbuch nur noch 3.715,09 € in heutigem Geld – ein Verlust von 1.284,91 € (25,7 %). Selbst die EZB-Zielinflation von 2 % halbiert die Kaufkraft in rund 35 Jahren. Deshalb sollte Geld, das du langfristig nicht brauchst, eine Rendite oberhalb der Inflation erzielen.

Welche Inflationsrate ist normal oder gesund?

Die EZB strebt mittelfristig 2 % Inflation an – das gilt als Preisstabilität und gesundes Wirtschaftswachstum. Unter 2 % droht eher Deflation, deutlich darüber (wie 2023 mit 5,9 % oder aktuell 3,3 % im September 2026) entwertet Ersparnisse spürbar. Für langfristige Planungen im Rechner ist 2 % daher eine sinnvolle Basisannahme, 3 % eine vorsichtigere.

Was passiert bei Deflation – also negativer Inflation?

Deflation ist das Gegenteil von Inflation: fallende Preise, also eine negative Inflationsrate. Dann steigt deine Kaufkraft. Beispiel: 12.000 € bei −1 % über 5 Jahre → 12.000 ÷ 0,99^5 = 12.619,70 € Kaufkraft. Der Rechner unterstützt negative Raten bis −2 %, damit du auch Deflations-Szenarien durchspielen kannst.

Ist das Ergebnis eine Inflationsprognose?

Nein – und das ist wichtig. Der Rechner verwendet eine von dir gewählte, konstante Rate und keine historischen Verbraucherpreisindex-Daten. Er zeigt keine Prognose, sondern ein Was-wäre-wenn-Szenario. Reale Inflationsraten schwanken jährlich (2023: 5,9 %, 2025: 2,2 %), und deine persönliche Inflation hängt von deinem Konsum ab – etwa davon, wie stark du von der Energie-Teuerung betroffen bist.

Quellen

Erstellt von

Dr. Sarah Hoffmann
Dr. Sarah Hoffmann

Dr. rer. nat. Ernährungswissenschaften, Universität Hohenheim

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