Zuletzt aktualisiert: 11. Oktober 2026
Tagesgeld-Zins-Rechner 2026
Aktionszins und Basiszins in einer Rechnung: Berechne deine Tagesgeldzinsen mit Zinseszins, Steuer und Freistellungsauftrag.
Der Tagesgeld-Zins-Rechner berechnet, wie viel Zinsen dein Tagesgeldkonto wirklich bringt – inklusive des typischen Lebenszyklus aus befristetem Aktionszins und anschließendem Basiszins. Du gibst deinen Anlagebetrag, beide Zinssätze, die Gutschrifts-Rhythmik und deinen Freistellungsauftrag ein; der Rechner ermittelt den Zinsertrag brutto, zieht den Sparer-Pauschbetrag ab und berechnet die Abgeltungsteuer auf den Cent genau. Aktuell liegt der Median über 61 verglichene Tagesgeldkonten bei 2,95 % p.a. (Biallo-Vergleich, Stand 05.10.2026) – mit dem Rechner siehst du, was davon nach Steuern bei dir ankommt.
So verwendest du diesen Rechner
Gib zunächst deine Werte in die Felder Anlagebetrag, Zinssatz Aktionsphase, Dauer der Aktionsphase, Zinssatz Basisphase (danach), Gesamtlaufzeit, Zinsgutschrift, Sparer-Pauschbetrag (Freistellungsauftrag), Kirchensteuer ein. Prüfe Einheiten und Zahlenformat im deutschen Stil. Das Ergebnis wird automatisch aktualisiert und kann zusätzlich über die Schaltfläche berechnet werden. Nutze die Ausgabe als Orientierung und vergleiche sie bei Bedarf mit weiteren Quellen.
So funktioniert der Tagesgeld-Zins-Rechner
Du trägst acht Werte ein. Anlagebetrag: das Geld, das du aufs Tagesgeldkonto legst. Zinssatz Aktionsphase und Dauer der Aktionsphase: der befristete Neukundenzins und die Monate, für die er gilt (0, wenn es keinen Aktionszins gibt). Zinssatz Basisphase (danach): der reguläre Satz, der nach Ablauf der Aktion zählt. Gesamtlaufzeit: über wie viele Monate du rechnest. Zinsgutschrift: monatlich, vierteljährlich oder jährlich – bei monatlicher Gutschrift arbeitet der Zinseszins für dich. Sparer-Pauschbetrag (Freistellungsauftrag): dein noch verfügbarer Freibetrag, 1.000 € pro Person oder 2.000 € bei Zusammenveranlagung. Kirchensteuer: ob du kirchensteuerpflichtig bist – dann rechnet der Rechner automatisch mit dem reduzierten Abgeltungsteuersatz.
Durchgerechnetes Beispiel: 10.000 € Anlagebetrag, 3,00 % p.a. über die gesamte Laufzeit von 12 Monaten, monatliche Gutschrift, 1.000 € Sparer-Pauschbetrag, keine Kirchensteuer. Der Wachstumsfaktor beträgt (1 + 0,03 / 12)^12 = 1,0304160. Zinsertrag brutto: 10.000 × 0,0304160 = 304,16 €. Nach Abzug des Pauschbetrags bleibt kein steuerpflichtiger Ertrag übrig – Zinsertrag netto: 304,16 €. Der Effektivzins liegt bei 3,0416 % p.a.
Was ist der Unterschied zwischen Aktionszins und Basiszins?
Der Aktionszins ist ein befristetes Neukundenangebot – typischerweise 3 bis 6 Monate mit einem deutlich erhöhten Satz. Danach fällt dein Guthaben automatisch auf den Basiszins zurück, den regulären Zinssatz der Bank für Bestandskunden. Genau dieser Zweiphasen-Lebenszyklus macht Tagesgeldvergleiche so trügerisch: Ein Angebot mit 4,15 % für 4 Monate klingt stark, bringt über 12 Monate aber weniger als ein dauerhaft solider Satz.
Durchgerechnet: 10.000 €, 4 Monate 4,15 % Aktionszins, danach 8 Monate 2,25 % Basiszins, monatliche Gutschrift. Phase 1: (1 + 0,0415 / 12)^4 = 1,0139052 → 139,05 € Ertrag. Phase 2 auf 10.139,05 €: (1 + 0,0225 / 12)^8 = 1,0150988 → 153,09 €. Gesamt: 292,14 € brutto in 12 Monaten. Der Rechner zeigt dir beide Phasen getrennt – so siehst du, wie viel der Aktionszins wirklich wert ist.
Marktkontext (Stand 05.10.2026, Biallo-Vergleich; Datenstand 10.10.2026, capitalo.de): Top-Aktionszinsen für Neukunden lagen bei Revolut 4,25 % (4 Monate), Bigbank 4,15 % und Crédit Agricole 4,10 %; die besten Basiszinsen zahlten PSD Bank West 3,05 %, Ferratum 3,00 % und Scalable 2,60 %. Der Median über 61 Angebote: 2,95 % p.a. Beachte: Zinssätze sind im Rechner bewusst nur Eingaben – sie ändern sich ständig, deshalb verspricht dieser Rechner keine Marktdaten, sondern rechnet mit deinen Zahlen.
Wie wirkt der Zinseszins bei der Gutschrift?
Schreibt die Bank monatlich gut, werden die Zinsen des Vormonats sofort wieder verzinst – das ist der Zinseszins-Effekt. Bei jährlicher Gutschrift gibt es ihn innerhalb des Jahres nicht.
Durchgerechnet: 25.000 €, 2,40 % p.a., 12 Monate, kein Freibetrag. Monatliche Gutschrift: (1 + 0,024 / 12)^12 = 1,0242658 → 606,64 €. Jährliche Gutschrift: 1,024 → 600,00 €. Die Differenz von 6,64 € ist der reine Zinseszins-Effekt – bei größeren Beträgen und längeren Laufzeiten wächst er deutlich.
Welche Steuer fällt auf Tagesgeldzinsen an?
Zinserträge sind Kapitalerträge und unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 % nach § 32d EStG. Dazu kommen 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Abgeltungsteuer – das ergibt effektiv 26,375 %. Bist du kirchensteuerpflichtig, mindert die Kirchensteuer als Sonderausgabe den Abgeltungsteuersatz: Bei 9 % Kirchensteuer beträgt die Gesamtbelastung 27,995 %, bei 8 % (Bayern, Baden-Württemberg) 27,818 %.
Vor der Steuer greift der Sparer-Pauschbetrag: 1.000 € pro Person, 2.000 € bei Zusammenveranlagung (§ 20 Abs. 9 EStG). Diesen Betrag stellst du per Freistellungsauftrag bei deiner Bank steuerfrei – erst was darüber hinausgeht, wird mit 26,375 % belastet. Details zur Steuerberechnung findest du im Abgeltungsteuer-Rechner.
Durchgerechnet: 30.000 €, 3,00 % p.a., 12 Monate, monatliche Gutschrift, kein Freibetrag. Zinsertrag brutto: 30.000 × 0,0304160 = 912,48 €. Steuer ohne Kirchensteuer: 912,48 × 0,26375 = 240,67 € → netto 671,81 €. Mit 9 % Kirchensteuer: 912,48 × 0,27995 = 255,45 € Steuer → netto 657,03 €.
Wie lautet die Formel für Tagesgeldzinsen?
Die Tageszinsformel (englische Methode act/365) lautet: Z = K × p × t / 365 – Kapital × Zinssatz × Tage geteilt durch 365. Beispiel: 10.000 € × 0,03 × 182 / 365 = 149,59 € für ein halbes Jahr. Die kaufmännische Methode 30/360 rechnet mit 12 × 30 Tagen: 10.000 × 0,03 × 180 / 360 = 150,00 €. Die Differenz von 0,41 € zeigt, warum die Tagmethode im Kleingedruckten steht.
Für längere Zeiträume mit Gutschrifts-Rhythmus gilt die Zinseszinsformel: K × (1 + i/m)^(m×t) mit m Gutschriften pro Jahr. Dieser Rechner wendet sie auf beide Zinsphasen an und multipliziert die Wachstumsfaktoren – so bleibt die Rechnung exakt, auch wenn sich der Satz mitten in der Laufzeit ändert. Die zugrundeliegende Prozentrechnung hilft dir übrigens auch bei der Gegenprobe per Hand.
Was gilt bei ausländischen Banken?
Manche ausländische Banken zahlen attraktive Zinsen, behalten aber keine deutsche Abgeltungsteuer ein – ein Freistellungsauftrag ist dort nicht möglich. Dann musst du die Erträge selbst in der Anlage KAP deiner Steuererklärung angeben. Die 26,375 % werden also nicht automatisch abgezogen, sondern per Veranlagung nachgeholt. Das ändert am Ergebnis nichts, erfordert aber Disziplin bei der Steuererklärung.
Wie sicher ist mein Geld auf dem Tagesgeldkonto?
Gesetzlich sind 100.000 € pro Einleger und Bank durch die Einlagensicherung geschützt (Einlagensicherungsgesetz, EU-Richtlinie 2014/49/EU). Legst du mehr als 100.000 € bei einer Bank an, verteilst du den übersteigenden Betrag besser auf mehrere Institute. Innerhalb dieser Grenze ist Tagesgeld eine der sichersten Anlageformen überhaupt – dafür ist die Rendite nach Steuern und Inflation bescheiden.
Was bleibt nach Inflation und Steuern wirklich übrig?
Der Nominalzins täuscht: Erst nach Abzug von Steuer und Inflation siehst du den Realzins. Beispiel: 3,00 % Nominalzins, 26,375 % Steuer auf den Ertrag und 2,0 % Inflation ergeben grob 3,00 × (1 − 0,26375) − 2,0 ≈ 0,21 % reale Rendite pro Jahr. Tagesgeld ist deshalb ideal für den Notgroschen und kurzfristige Ziele – für den langfristigen Vermögensaufbau sind renditestärkere Bausteine sinnvoll, etwa ein Bausparvertrag für zweckgebundenes Sparen oder eine private Rentenversicherung für die Altersvorsorge.
So ist dieser Rechner entstanden
Die meisten Tagesgeldrechner im Netz rechnen mit einem einzigen Zinssatz – dabei lebt fast jedes aktuelle Angebot vom Wechsel zwischen Aktions- und Basiszins. Deshalb modelliert dieser Rechner beide Phasen in einer Rechnung, dazu den Gutschrifts-Rhythmus und die komplette Steuerkette inklusive Kirchensteuer-Sonderausgabenabzug. Alle Formeln wurden gegen Handrechnungen und gegen die Referenzbeispiele von capitalo.de geprüft (10.000 € × 3,00 % × 182/365 = 149,59 €). Steuersätze und Freibeträge entsprechen dem Stand Oktober 2026; Zinssätze gibst du selbst ein, weil sie sich laufend ändern.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel Zinsen bringen 10.000 Euro bei 3 Prozent für ein Jahr?
Bei monatlicher Zinsgutschrift: 304,16 € brutto ((1 + 0,03/12)^12 − 1 = 3,0416 % Effektivzins). Bei jährlicher Gutschrift sind es glatt 300,00 €. Ob du davon Steuern zahlst, hängt von deinem Freistellungsauftrag ab: Mit 1.000 € Sparer-Pauschbetrag bleiben die vollen 304,16 € netto, ohne Freibetrag gehen 26,375 % = 80,22 € an den Fiskus, übrig bleiben 223,94 €.
Wie hoch ist die Steuer auf Tagesgeldzinsen 2026?
26,375 % (25 % Abgeltungsteuer nach § 32d EStG plus 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf). Beispiel: 30.000 € zu 3,00 % p.a. bringen 912,48 € Zinsen; die Steuer beträgt 240,67 €, netto bleiben 671,81 €. Mit 9 % Kirchensteuer steigt die Gesamtbelastung auf 27,995 % (255,45 € Steuer). Bis zu 1.000 € Zinsen pro Jahr (2.000 € bei Zusammenveranlagung) sind über den Sparer-Pauschbetrag steuerfrei.
Was bringt ein Aktionszins von 4,15 % für vier Monate wirklich?
Weniger, als die Zahl vermuten lässt. Beispiel mit 10.000 €: 4 Monate 4,15 % bringen 139,05 €, die restlichen 8 Monate zu 2,25 % Basiszins bringen 153,09 € – zusammen 292,14 € brutto in 12 Monaten. Ein dauerhafter Satz von 2,92 % hätte dasselbe Ergebnis gebracht. Der Rechner zeigt dir beide Phasen getrennt, damit du Angebote fair vergleichst.
Kann ich den Sparer-Pauschbetrag auf mehrere Banken aufteilen?
Ja. Du erteilst bei jeder Bank einen Freistellungsauftrag über einen Teilbetrag – die Summe aller Aufträge darf deinen persönlichen Pauschbetrag (1.000 € bzw. 2.000 €) nicht übersteigen. Ohne Freistellungsauftrag zieht die Bank automatisch 26,375 % ab; zu viel gezahlte Steuer holst du dir über die Anlage KAP der Steuererklärung zurück.
Was passiert nach Ablauf der Aktionsphase?
Dein Guthaben wird automatisch zum Basiszins der Bank weiterverzinst – meist deutlich niedriger als der Aktionszins. Viele Banken informieren darüber nur im Kleingedruckten. Prüfe rechtzeitig vor Ablauf, ob sich ein Wechsel zu einem neuen Aktionsangebot lohnt, und vergleiche dabei immer die Gesamtrechnung über 12 Monate, nicht nur den Lockzins.
Monatliche oder jährliche Zinsgutschrift – was ist besser?
Monatlich, wegen des Zinseszinses: Bereits gutgeschriebene Zinsen werden sofort wieder verzinst. Bei 25.000 € zu 2,40 % p.a. sind das 606,64 € statt 600,00 € bei jährlicher Gutschrift – 6,64 € mehr pro Jahr, ganz ohne Mehraufwand. Der Unterschied wächst mit Betrag und Laufzeit.
Muss ich Zinsen von ausländischen Banken versteuern?
Ja. Ausländische Banken behalten in der Regel keine deutsche Abgeltungsteuer ein und ein Freistellungsauftrag ist dort nicht möglich. Du musst die Zinserträge selbst in der Anlage KAP deiner Steuererklärung angeben; das Finanzamt setzt dann die 26,375 % (ggf. plus Kirchensteuer) per Veranlagung fest. Der Sparer-Pauschbetrag gilt trotzdem.
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