Zuletzt aktualisiert: 14. Oktober 2026

Entnahmeplan-Rechner 2026

Wie viel kannst du monatlich aus deinem Kapital entnehmen – ohne dass es zu früh aufgebraucht ist?

Erstellt von Dr. Sarah Hoffmann

Basierend auf 5 Quellen

Der Entnahmeplan-Rechner 2026 berechnet, wie viel du monatlich oder jährlich aus deinem Kapital entnehmen kannst – entweder mit Kapitalverzehr bis zu einem festen Enddatum oder als ewige Rente, bei der nur der Ertrag fließt und das Kapital erhalten bleibt. Gib dein Startkapital, die erwartete Jahresrendite, die Entnahmedauer und dein Intervall ein: Der Rechner zeigt dir die maximal nachhaltige Entnahme pro Monat und Jahr, die Entnahmequote, die Gesamtentnahmen über die Laufzeit und den Zinsanteil. Alle Werte sind Bruttobeträge vor Steuern, Stand 2026.

So verwendest du diesen Rechner

Gib zunächst deine Werte in die Felder Startkapital, Erwartete Rendite pro Jahr, Entnahmedauer in Jahren, Entnahme-Intervall, Nur Ertrag entnehmen (ewige Rente) ein. Prüfe Einheiten und Zahlenformat im deutschen Stil. Das Ergebnis wird automatisch aktualisiert und kann zusätzlich über die Schaltfläche berechnet werden. Nutze die Ausgabe als Orientierung und vergleiche sie bei Bedarf mit weiteren Quellen.

So funktioniert der Entnahmeplan-Rechner 2026

Der Rechner beantwortet eine einzige Frage: Wie viel kannst du dir aus deinem Kapital auszahlen, ohne dass es früher aufgebraucht ist, als du planst? Du stellst fünf Werte ein:

  1. Startkapital – das Geld, aus dem du entnimmst, zum Beispiel 100.000 € Depotguthaben zu Rentenbeginn.
  2. Erwartete Rendite pro Jahr – die durchschnittliche Wertentwicklung vor Steuern und Kosten, zum Beispiel 5 %.
  3. Entnahmedauer in Jahren – wie lange die Auszahlung reichen soll, zum Beispiel 25 Jahre.
  4. Entnahme-Intervall – ob du monatlich oder jährlich entnimmst.
  5. Nur Ertrag entnehmen (ewige Rente) – aus: Das Kapital wird über die Laufzeit vollständig verzehrt. An: Du entnimmst nur den Ertrag, das Startkapital bleibt erhalten.

Das Ergebnis zeigt die nachhaltige Entnahme pro Monat und Jahr, die Entnahmequote, die Gesamtentnahmen über die Laufzeit und den Zinsanteil.

Durchgerechnetes Beispiel

Nehmen wir eine 64-jährige Lehrerin aus Leipzig. Sie geht in Rente, hat 100.000 € angespart und will 25 Jahre lang monatlich Geld entnehmen. Das Kapital bleibt währenddessen zu 5 % pro Jahr angelegt. Sie schaltet den Toggle Nur Ertrag entnehmen (ewige Rente) aus – das Kapital darf also über die 25 Jahre vollständig verzehrt werden.

Der Rechner liefert: 578,14 € pro Monat. Das sind 6.937,67 € pro Jahr, also eine Entnahmequote von 6,94 %. Über die Laufzeit entnimmt sie 173.441,46 € – davon sind 73.441,46 € Zinsen und 100.000 € ihr ursprüngliches Kapital.

Zum Vergleich: Bei jährlicher statt monatlicher Entnahme kämen 7.095,25 € pro Jahr heraus (591,27 € monatlich im Schnitt, gesamt 177.381,14 €). Der Unterschied von 3.939,68 € entsteht, weil bei jährlicher Entnahme das Geld das ganze Jahr über weiterverzinst wird, statt jeden Monat das Depot zu verlassen. Und ein wichtiger Detailunterschied: Der Rechner rechnet den Monatszins konform um – (1+r)^(1/12)−1 statt der groben Näherung r/12. Grobe Näherungsrechner zeigen für dieses Beispiel 584,59 €/Monat und überschätzen die Entnahme damit um 6,45 € pro Monat. Der Grund: 5 % nominal entsprechen bei monatlicher Verrechnung effektiv 5,116 % pro Jahr.

Entsparen ist die Umkehrung des Sparplans: Erst baust du mit dem Zinseszins über Jahrzehnte Kapital auf, dann drehst du die Formel um und zahlst dir davon aus. Wie der Zinseszins während der Entnahme weiter für dich arbeitet, zeigt der Zinseszins-Rechner.

Was ist der Unterschied zwischen ewiger Rente und Kapitalverzehr?

Bei der ewigen Rente entnimmst du nur den Ertrag. Bei 100.000 € Startkapital und 5 % Rendite sind das 5.000 € pro Jahr – für immer, das Kapital bleibt unangetastet. Das ist der konservative Weg, etwa wenn du Vermögen vererben willst oder dir einen Puffer für unbegrenzte Dauer sichern möchtest.

Beim Kapitalverzehr entnimmst du Ertrag plus Substanz. Dasselbe Beispiel erlaubt über 25 Jahre 7.095,25 € pro Jahr – also 42 % mehr –, dafür ist das Kapital am Ende aufgebraucht. Das lohnt sich, wenn du weißt, wie lange das Geld reichen muss: zum Beispiel als Brücke bis zum Rentenbeginn oder für eine feste Ruhestandsphase. Das Risiko: Wirst du älter als geplant, ist nichts mehr da. Für schlechte Börsenjahre zu Beginn der Entnahme halten viele einen Tagesgeld-Puffer bereit – das sogenannte Sequenzrisiko (feste Entnahme plus Crash zu Beginn) ist die größte Gefahr für jeden Entnahmeplan.

Was bedeutet die 4-%-Regel 2026?

Die 4-%-Regel stammt aus der Trinity Study von 1998. Sie untersuchte historische US-Aktienmarkt-Daten und fand: Wer 4 % seines Startvermögens jährlich entnimmt, übersteht selbst die schlechtesten 30-Jahres-Perioden ohne Kapitalverzehr. Bei 1.000.000 € sind das 40.000 € pro Jahr oder 3.333,33 € pro Monat – genau das rechnet unser Rechner im Ewige-Rente-Modus vor.

Die 4 % sind aber der Spezialfall „ewige Rente". Wer sein Kapital bewusst verzehren will, darf deutlich höhere Quoten ansetzen. Als Orientierungswerte nennt numeravision.com für einen geplanten Verzehr: 15 Jahre → 6,0 %, 20 Jahre → 5,0 %, 30 Jahre → 4,0 %, 40 Jahre → 3,5 %, 50+ Jahre → 3,0 %. Unser Beispiel mit 25 Jahren und 6,94 % passt zu dieser Staffel. Das sind Richtwerte, keine Prognose: Niemand garantiert dir die angenommene Rendite. Kosten wie die TER deiner Fonds und die Inflation sind im Rechner nicht enthalten – was deine Entnahme in 20 Jahren noch kauft, prüft der Inflations-Rechner.

Muss ich Steuern auf meine Entnahme zahlen?

Ja – aber nur auf den Ertragsanteil, nicht auf die Rückzahlung deines eigenen Kapitals. Die Steuerfakten für 2026: Auf Kapitalerträge fallen 25 % Abgeltungsteuer plus 5,5 % Solidaritätszuschlag an, also 26,375 % effektiv ohne Kirchensteuer (mit Kirchensteuer 8 bzw. 9 % zusätzlich, Stand 2026). Pro Jahr bleiben 1.000 € (Alleinstehende) bzw. 2.000 € (zusammen Veranlagte) steuerfrei – der Sparer-Pauschbetrag nach § 20 Abs. 9 EStG, gültig seit 2023. Bei Aktienfonds greift die Teilfreistellung: 30 % der Erträge sind steuerfrei (bei Mischfonds mit mindestens 25 % Aktienquote 15 %), nur der Rest wird besteuert (§ 20 InvStG).

Dieser Rechner rechnet bewusst brutto vor Steuern, weil eine Steuer auf die reine Entnahme irreführend wäre – besteuert wird nur der darin enthaltene Ertragsanteil, und der hängt von deinem Freibetrag und deiner Fondsstruktur ab. Eine grobe Netto-Schätzung: Bei 6.937,67 € Jahresentnahme aus 100.000 € (Beispiel oben) sind über 25 Jahre rund 73.441,46 € Zinsen enthalten – abzüglich 1.000 € Freibetrag pro Jahr blieben im Schnitt nur etwa 1.938 €/Jahr steuerpflichtig, also rund 511 € Steuer pro Jahr bei 26,375 %. Das ist eine grobe Richtung, keine Steuerberatung. Übrigens: Eine Abfindung über die Jahre zu verteilen folgt derselben Logik – Einmalzahlungen clever auf mehrere Jahre strecken senkt die Progression.

Formel

Der Rechner nutzt die nachschüssige Rentenformel in geschlossener Form (kein Näherungsverfahren):

Kapitalverzehr:  W = K0 × q^n × (q − 1) / (q^n − 1)
Ewige Rente:     W = K0 × r  (jährlich)  bzw.  K0 × r / 12  (monatlich)
Monatszins:      r_m = (1 + r)^(1/12) − 1   (konform, nicht r/12)
0-%-Sonderfall:  W = K0 / n
  • K0 = Startkapital, r = Jahresrendite als Dezimalzahl (5 % = 0,05), q = 1 + Periodenzins, n = Anzahl Entnahme-Perioden, W = Entnahme pro Periode.
  • Nachschüssig heißt: Die Entnahme erfolgt jeweils am Periodenende, das Kapital verzinst sich erst.
  • Die Formel ist dieselbe, die hinter Ratenkrediten steckt – nur umgekehrt: Der Kreditraten-Rechner berechnet aus Kreditsumme, Zins und Laufzeit die Monatsrate, der Entnahmeplan-Rechner aus Kapital, Rendite und Laufzeit die Entnahme.

So ist dieser Rechner entstanden

Dieser Rechner ist entstanden, weil viele Entnahmeplan-Tools im Netz entweder veraltete Oberflächen haben oder den Monatszins grob durch 12 teilen und die Entnahme damit systematisch überschätzen. Wir wollten einen Rechner, der die konforme Zinsumrechnung exakt beherrscht und ehrlich zwischen ewiger Rente und Kapitalverzehr trennt.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel kann ich monatlich aus meinem Kapital entnehmen?

Das hängt von drei Faktoren ab: Startkapital, Rendite und Entnahmedauer. Ein Beispiel: 100.000 € Startkapital, 5 % Rendite pro Jahr, 25 Jahre Entnahmedauer, monatliche Entnahme mit Kapitalverzehr. Schritt 1: Monatszins konform umrechnen: (1,05)^(1/12) − 1 = 0,4074 % pro Monat. Schritt 2: Rentenformel mit 300 Perioden anwenden. Ergebnis: 578,14 € pro Monat – also 6.937,67 € pro Jahr bei einer Entnahmequote von 6,94 %. Über die Laufzeit fließen 173.441,46 € an dich, davon 73.441,46 € Zinsen.

Was ist der Unterschied zwischen ewiger Rente und Kapitalverzehr?

Bei der ewigen Rente entnimmst du nur den Ertrag – das Kapital bleibt für immer erhalten. Beispiel: 100.000 € zu 5 % bringen dauerhaft 5.000 € pro Jahr. Beim Kapitalverzehr entnimmst du Ertrag plus Substanz: Aus denselben 100.000 € werden bei 5 % über 25 Jahre 7.095,25 € pro Jahr – also 42 % mehr –, aber danach ist das Kapital aufgebraucht (Restkapital 0 €). Ewige Rente ist konservativ und vererbbar, Kapitalverzehr bringt mehr pro Jahr, setzt aber eine fest geplante Laufzeit voraus.

Wie lange reicht mein Geld bei einer festen Entnahme?

Dafür drehst du die Rentenformel um: n = ln(W / (W − K0 × (q−1))) / ln(q). Beispiel: 250.000 € Startkapital, 3 % Rendite, du entnimmst 18.000 € pro Jahr. Zuerst prüfst du, dass die Entnahme über dem Jahresertrag liegt (18.000 € > 7.500 € – sonst reicht das Geld ewig). Dann: n = ln(18.000 / 10.500) / ln(1,03) = 18,23 Jahre. Bei 18.000 € Jahresentnahme ist das Kapital also nach gut 18 Jahren aufgebraucht.

Was bedeutet die 4-%-Regel?

Die 4-%-Regel stammt aus der Trinity Study von 1998: Wer 4 % seines Startvermögens jährlich entnimmt, übersteht historisch selbst die schlechtesten 30-Jahres-Perioden ohne Kapitalverzehr. Bei 1.000.000 € sind das 40.000 € pro Jahr oder 3.333,33 € pro Monat – das ist genau der Ewige-Rente-Modus unseres Rechners. Wichtig: Die 4 % sind der Spezialfall 'ewige Rente'. Bei bewusstem Kapitalverzehr über einen festen Zeitraum sind höhere Quoten möglich – zum Beispiel 6,94 % pro Jahr bei 25 Jahren Laufzeit und 5 % Rendite.

Muss ich Steuern auf meine Entnahme zahlen?

Nur der Ertragsanteil deiner Entnahme ist steuerpflichtig, nicht die Rückzahlung deines eigenen Kapitals. 2026 gilt: 25 % Abgeltungsteuer plus 5,5 % Solidaritätszuschlag, also 26,375 % effektiv ohne Kirchensteuer. Pro Jahr bleiben 1.000 € (Alleinstehende) bzw. 2.000 € (zusammen Veranlagte) steuerfrei – der Sparer-Pauschbetrag seit 2023. Bei Aktienfonds sind 30 % der Erträge steuerfrei (Teilfreistellung), bei Mischfonds 15 %. Der Rechner zeigt deshalb Bruttobeträge: Eine Steuer auf die reine Entnahme wäre irreführend, weil sie vom Ertragsanteil, deinem Freibetrag und deiner Fondsstruktur abhängt.

Was passiert bei 0 % Rendite?

Dann gibt es keinen Zinseszins – du teilst nur dein Kapital gleichmäßig auf. Beispiel: 120.000 € Startkapital, 0 % Rendite, 10 Jahre Entnahmedauer. Schritt 1: Prüfen, ob die Rendite null ist – ja. Schritt 2: Einfache Division: 120.000 € / 10 = 12.000 € pro Jahr, also 1.000 € pro Monat. Die Entnahmen gesamt betragen exakt 120.000 €, die Zinsen gesamt 0 €. Der Rechner behandelt diesen Fall automatisch und zeigt einen Hinweis an.

Monatlich oder jährlich entnehmen – was ist besser?

Bei jährlicher Entnahme bleibt das Geld das ganze Jahr verzinst, deshalb fällt die Entnahme höher aus. Beispiel: 100.000 €, 5 %, 25 Jahre mit Kapitalverzehr. Jährlich: 7.095,25 € pro Jahr (591,27 € monatlich im Schnitt, gesamt 177.381,14 €). Monatlich: 578,14 € pro Monat (gesamt 173.441,46 €). Der Unterschied beträgt 3.939,68 € über 25 Jahre – das ist der Zinseszins-Effekt der unterjährigen Entnahme. Entscheidend ist außerdem die Zinsumrechnung: Der Rechner nutzt den konformen Monatszins (1+r)^(1/12)−1. Grobe Näherungsrechner teilen einfach durch 12 und zeigen 584,59 €/Monat – sie überschätzen die Entnahme um 6,45 € pro Monat.

Quellen

Erstellt von

Dr. Sarah Hoffmann
Dr. Sarah Hoffmann

Dr. rer. nat. Ernährungswissenschaften, Universität Hohenheim

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